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„Nicht der ist arm, der sich keinen Jugendtraum erfüllt hat, sondern der schon in der Jugend nichts träumte.“

Adolf Nowaczynski

 

DREAMS COME TRUE

von
Thomas Seiffert

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Als Anfang der 80er Jahre mit der CD die digitale Welt der Musik in mein elternliches Jugendzimmer einzog, war ich begeistert von der Dynamik des Klangs. Endlich kein Kratzen der Vinyl-Schallplatte mehr.

Mit zu meinen ersten CD´s gehörte die weltweit erste, volldigitale Einspielung des "Rings" von Marek Janowski aus Dresden- damals noch DDR!

Was damals nur noch fehlte, war der passende "Raum", diese Musik in ihrer ganzen Genialität zu geniessen und vielleicht auch anderen Menschen näher zu bringen. Mir fielen hier spontan zwei Möglichkeiten ein:


  • Mein Zimmer  à la Venusgrotte in Schloss Linderhof umzugestalten - in der praktischen Umsetzung wohl etwas ambitioniert und für Besucher zu klein dimensioniert.

  • Das Planetarium Nürnberg, das ich von vielen Schulausflügen her kannte.

Leider geriet dann diese Idee etwas in Vergessenheit- blieb aber über die Jahre in meinem Hinterkopf. Als ich vor ein paar Jahren Katja Fleischer davon erzählte, stelle sie mir Marc Horat vom Planetarium Luzern vor, der diese Idee unverzüglich aufgriff. 

2021 bin ich nun nach fast 40 Jahren seit der ersten Idee in der glücklichen Lage, eine abendfüllende Version in Spielfilmlänge neu mitzuinszenieren.  

Meine Musik- und Tonauswahl trägt natürlich auch biografische Züge. Marek Janowski durfte ich mit dem "konzertanten Ring" sowohl in der Philharmonie München als auch später in Berlin erleben.  

Meinen langjährigen Sängerfreund Martin Snell lernte ich ebenfalls nach einer Wagner Aufführung unter Janowski kennen. Seine Arie des Wolfram habe ich in die Show eingebaut.

Legendär waren Waltraud Meier und Siegfried Jerusalem in der Heiner Müller Inszenierung unter Barenboim in Bayreuth. Auch sie dürfen nicht fehlen.

Meine schönen Jahre in München waren geprägt von grandiosen Aufführungen in den Kammerspielen und dem Residenztheater. Rolf Boysen und Thomas Holtzmann sind nur zwei unglaubliche Schauspieler aus der Ära "Dieter Dorn", die ich live erleben durfte und die wir selbstverständlich auch kurz hören werden.

Ich freue mich darauf, meinen Jugendtraum gemeinsam mit Ihnen zu geniessen.

VIEL VERGNÜGEN!

 
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DER ERSTE CD SPIELER

Sony CDP-01

Als am 1. März 1983 der erste CD Spieler in Europa auf den Markt kam, war ich im gleichen Jahr sofort glücklicher Besitzer dieser Weltneuheit.

Was für eine Fügung, dass ich später langjähriger Mitarbeiter bei SONY werden durfte.

 
CD Laufwerk

Anektode

Der Sage nach plädiert der verantwortliche japanische Techniker Norio Ohga bei der CD Länge deshalb für eine Spielzeit von 75 Minuten, weil er Beethovens 9. Sinfonie ohne Unterbrechungen hören möchte.

 
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DER ERSTE,

VOLL DIGITALE

"RING"

Marek Janowskis Einspielung des Rings von Richard Wagner ist legendär. Die allererste digitale Studio-Einspielung des Rings wurde Anfang der 80er Jahre in mehreren konzentrierten Studio-Sessions aufgenommen. Der Staatskapelle Dresden und dem Chor der Dresdner Staatsoper unter Marek Janowski gelang eine visionäre Einspielung, getragen von den besten Solisten der damaligen Zeit.

 
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SCHLOSS

LINDERHOF

Die Venusgrotte  
Ein "spezieller" Raum für die Illusion

Die Venusgrotte im Schlosspark ist ein einzigartiges Bauwerk in Form einer künstlichen Tropfsteinhöhle und der Höhepunkt der Illusionsarchitektur König Ludwigs II. Er ließ in der Grotte einerseits den 1. Akt der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner in Szene setzen, andererseits das Motiv der Blauen Grotte von Capri. Dafür konnte die Grotte in verschiedenen Farben künstlich beleuchtet werden, wofür eines der ersten Elektrizitätskraftwerke der Welt geschaffen wurde. Hofbaudirektor Georg Dollmann und der Landschaftsplastiker August Dirigl errichteten die Grotte 1876-77 in nur zwei Jahren Bauzeit. Im 19. Jahrhundert war sie das wohl größte Bauwerk ihrer Art, obwohl sie nur für die Nutzung durch den König zu dessen Lebzeiten konzipiert war.  

(Bayerische Schlösserverwaltung)

"Der König hatte mehrere Möglichkeiten, die Illusion auf sich wirken zu lassen: Vom hoch gelegenen „Königssitz“ aus, in einem Muschelthron sitzend, überblickte er den See hin zum Gemälde. Vom kristallbesetzten „Loreleyfelsen“ aus, wo damals ein „Korallenstuhl“ stand, sah er in einen Spiegel, in dem sich die Traumwelt unendlich fortsetzte. Es gab auch einen verschließbaren Ausguck, durch den man ins Freie auf Schloss und Berge blicken konnte. Mit Vorliebe aber ließ Ludwig sich in einem Muschelkahn auf dem See herumrudern."

(aus : Die Venusgrotte in Linderhof von Ganimete Pronaj)

Foto: IMAGO